Wieder was zu tun

Hallo Wien! (bzw. Europa)

Es tut sich was. Wir machen in der Schule langsam Fortschritte, und es macht vor allem wieder mehr Spaß. Erstens unterrichte ich seit knapp sechs Wochen schone eine echt nette Klasse. Auch wenns nicht sehr lang ist, aber nach einer zeitlang täglich zwei Stunden Computerkurs wächst man schon etwas zusammen. Warum ich die so cool find ist einfach: sie sind gut und lernen schnell. Die haben für meine Gefühle echt ein höheres Level als die Vorklasse. Das liegt a) sicher an ihnen selbst, da sie alle recht flink sind, aber b) möchte ich auch glauben, dass es daran liegt, dass wir/ich langsam besser werden im unterrichten.

Zweitens haben wir uns in den letzen Tagen intensiver mit der Administration beschäftigt. Das Ergebnis ist ein neues Excel Verwaltungssystem. Bah hört sich das toll an, wenn mans so sagt. Im Endeffekt sinds ein paar referenzierende Excel Files, die nicht mit bedingter Formatierung geizen. Also alles schön bunt und einigermaßen übersichtlich. Das spannende daran ist allerdings, dass wir heute ein Meeting/Training hatten, bei dem wir die Mitarbeiter der Schule eingeschult haben. Ich musst zwar etwas lauter werden um 40 Minuten nach dem vereinbarten Zeitpunkt doch noch alle Leute versammelt zu bekommen, aber es hat sich ausgezahlt. Es war ein sehr sehr positives Treffen, bei dem wir einerseits die Excel und Computersachen hergezeigt haben, und andererseits ein bisschen über die Schule geredet haben, und wie wir in Zukunft bestimmte Dinge handeln und wer wofür verantwortlich ist. Glaube alle waren damit zufrieden. Ich hab erst nachher gemerkt wie sehr ich so ein positives Zusammenkommen mit den Mitarbeitern gebraucht hab. Nach unserer Diskussion über alles mögliche damals im September, bin ich nie mehr so wirklich mit ihnen zusammen gekommen. Heute hab ich aber zum ersten Mal bei allen so einen richtigen Willen gesehen die Schule *gemeinsam* weiterzubringen. Sie mit uns, wir mit ihnen, aber vor allem auch sie untereinander. Naja jedenfalls war alles sehr konstruktiv, und wir haben jetzt nach dem Training mal vereinbart das neue System jetzt ein paar Wochen/Monate zu testen und danach schauen wir, wie man die letzten Abhängigkeiten von den Volunteers beseitigt. Wär blöd, wenn wir wieder was supertollesschnellesneues einführen, dass zerfällt nachdem wir abreisen.

Was tut sich sonst noch so? Wir, ich ganz besonders, waren in letzter Zeit ein paar Mal am verzweifeln was das Essen betrifft. Obwohl es heute grad echt gut war (ok, mein Mangoverbrauch ist mittlerweile bei MVB=5 pro Tag), wars in letzter Zeit manchmal besonders zach. Bloße Pommes mit Ketchup, bloßer Reis (mit reingeschnittener Zwiebel), oder die seit Juni im 3 Essen-Abstand wiederkehrende gleiche Pasta-Sauce sind auf Dauer einfach nicht das Wahre. Hin und wieder starten wir dann (weil Aussicht auf Pommes) eine Stunde vor dem Abendessen in die Stadt und holen uns Pizza oder Shawarmas. Ist aber auch nicht immer was man will. Hin und wieder gibts Käse vom Supermarkt, verzehrt als quasi-Jause. Den ersten *echten* Schafskäse der kein Kuhfeta ist, wollen wir uns bei einem Preis von 10€!!!/200g nicht leisten.

Aja, und rasiert hab ich mich nach einem Monat wieder mal,… ja so ists viel besser 😀

Katzen füttern haben wir auch begonnen. Der Plan ist die kleinen so sehr von uns zu überzeugen, dass wir sie bis zur Abreise doch mal streicheln können.

Hanteln haben wir jetzt auch. Und obwohl extra vorsichtig trainiert, hab ich nach deren ersten Einsatz gleich mal 4 Tage Muskelkater gehabt 😛 Ein Fußballspiel mit ein paar Jugendlichen hat uns auch mal wieder gezeigt, dass wir a) KEINE Kondition mehr haben und b) verdammt schlecht Fußball spielen (obwohl ich die direkte Vorlage zum 2:1 geliefert hab!!!) (Endstand 6:6, zugegeben: nach meiner Glanzvorlage kam vom mir nicht mehr viel).

Wenn das Wetter mitspielt fahren wir dieses WE außerdem auf Delights Farm und bringen 6 Zementsäcke mit.

Etwas Cooles haben wir noch rausgefunden: die Wechselkurse von Bankomatabhebung und Wechselstube sind hier zeitlich so verzögert, dass ich diese Woche um 114 Euro 1500 Kwacha abheben konnte, und die 1500 Kwacha 1 Minute später bei der Wechselstube in 142 € hätte wechseln können. 25 % find ich schon nicht schlecht. Momentan fang ich mit Euro aber noch nicht viel an…

Soweit so gut!

Liebe Grüße,

Pascal

Ein Gedanke zu “Wieder was zu tun

  1. Elisabeth Jirasek

    Hallo lieber Pascal,
    ich freue mich,daß Du Erfolg mit Deinem „Schulversuch“ hast.
    Es ist unglaublich wichtig, daß ihr die „Eingeborenen“ von der Sinnhaftigkeit überzeugt, dieses Projekt auch nach Eurer Heimreise weiter zu führen. Und vor Allem wie !
    Ich habe selbst (allerdings schon vor 32 Jahren) erlebt, wie schnell das in die Hose gehen kann.
    Da wurden auch Einheimische in Gabarone 2 Jahre lang in Gold- und Silberschmiedarbeiten ausgebildet und ein Handel organisiert.
    Nach Abschluß desProjktes kam es dann zu Streitereien um die Führerschaft und das Projekt war gelaufen.
    Also bleibt am Ball !!! Es wäre schade um Eure Arbeit.

    Eure „Haubenküche“ ist wirklich eindrucksvoll.
    Aber dafür ist die Vorfreude auf die heimische Mutterküche um so gößer. 🙂
    Dauert ja nurmehr 1/2 Jahr ! 😦
    Trotzdem schaust Du nicht schlecht aus, außer mit Bart, der passt nicht.

    Jo bearbeitet gerade (schon tagelang) die 2.600 Botswanafotos und somit sind wir täglich (zumindest in Gedanken) mit Dir verbunden.

    Arbeite fleissig an Deiner Kondition, damit Du nicht als schwächlicher Jüngling zu uns zurück kehrst ! 🙂

    Liebe Grüße und weiterhin viel Spaß und Erfolg
    Sissy & Jo

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